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Nürnberg, 18. August 2017

Liebe Leserinnen und Leser,

sind Sie schon wieder daheim oder waren Sie noch nicht im Urlaub? Dann sind Sie hoffentlich entweder gut erholt oder in Vorfreude auf Ihre Auszeit. Eines aber dürften Sie mit einiger Sicherheit nicht sein: vom Wahlkampf-Fieber gepackt. Denn davon ist bisher nicht viel zu spüren.
Dabei sind es nur noch 37 Tage oder gut fünf Wochen bis zur Bundestagswahl am 24. September.


Der maue Wahlkampf


Unverkennbar: Es ist Wahlkampf. Blick auf Plakate an einer Ausfallstraße in Forchheim.
Foto: Berny Meyer


Die Wahlplakate kleben oder hängen seit einigen Tagen - mit mehr oder weniger klugen (meistens eher Letzteres) Sprüchen. Und sorgen für Gesprächsstoff - nicht unbedingt wegen ihrer politischen Inhalte, sondern eher wegen unfreiwilliger Komik oder wegen Fehlern beim Plakatieren . Natürlich haben die Wahlkämpfer in Bayern und den anderen Bundesländern, in denen noch Ferien sind, ein Problem: Stell dir vor, es ist Wahlkampf - und es geht keiner hin, weil so viele Menschen im Urlaub sind ... Aber allmählich kommt auch hier so etwas in gang wie das Ringen um Stimmen. Und wir wollen Sie, liebe Leserinnen und Leser, durch diesen Wahlkampf begleiten.



Mit dem Wahl-Abo gut informiert

So sieht die Werbung für unser Wahl-Abo aus: Es gibt ein Mini-Angebot während des Wahlkampfs und die Möglichkeit, die Zeitung gedruckt und als E-Paper vergünstigt zu beziehen.
Foto: Jungkunz


Das könnte vielleicht etwas für Ihre Freunde oder Verwandten sein, die keine Leserinnen und Leser unserer Zeitung sind: Während des Wahlkampfs bieten wir Wahl-Abos - sehr günstig. Und unsere Redaktion startet am Samstag, 26. August, ihre umfangreiche Wahl-Berichterstattung unter dem Motto "Bundestagswahl 2017 - Gut informiert. Bewusst gewählt". Wir informieren Sie über die wichtigsten Inhalte der Parteiprogramme. Wir stellen Politiker aus der Region vor, die den Bundestag verlassen. Wir sprechen mit Experten über Wahlmüdigkeit. Dazu gibt es natürlich jede Menge Porträts über die Kandidatinnen und Kandidaten vor Ort - auch online, wo sie sich mit einem Video vorstellen. Da findet sich auf unserer Seite nordbayern.de ein ganzes Paket zum Thema Wahlen. Und wir werden jeden Tag einen Prominenten aus der Region zu Wort kommen lassen mit seinem knappen Statement: "Ich wähle, weil ..."



Wen wir interviewen


Interviews führen wir nicht nur für die gedruckte Zeitung, sondern auch per Video fürs Internet: Unser München-Korrespondent Roland Englisch und Reporterin Franziska Holzschuh befragen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Rande eines NN-Talks mit dem Ressortchef.
Foto: Eduard Weigert


Natürlich beobachten wir auch die Auftritte prominenter Politiker hier im Großraum Nürnberg. Angela Merkel ist gleich dreimal in der Region - aber wir haben leider auch diesmal keinen Termin für ein Interview mit der Kanzlerin bekommen; ihr Kalender ist offenbar zu eng getaktet. Dafür befragen wir heute den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Will er noch mal ran nach der Wahl, obwohl er dann schon 75 Jahre alt ist? Ist es wirklich sinnvoll, angesichts einer oft maroden Infrastruktur in Deutschland auf die "schwarze Null" im Haushalt zu pochen? Schäubles Antworten können Sie am Montag lesen.


Interviews führen wir nach dem bisherigen Stand der Termine mit Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer, mit Merkels Herausforderer Martin Schulz, mit Grünen-Chef Cem Özdemir, mit Sahra Wagenknecht von der Linken und mit dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner. Angefragt sind auch AfD-Spitzenpolitiker. Angepeilt ist also ein großes Interview mit einer Vertreterin/einem Vertreter jener Parteien, die aller Voraussicht nach im nächsten Bundestag vertreten sein werden. Unsere Redaktion "xtra" startet ein spannendes Experiment: Sie begleitet Erstwählerinnen und -wähler und berichtet über deren Erfahrungen.


Viele werden, gerade angesichts der Urlaubs- und Ferienzeit, auf den Gang ins Wahllokal verzichten. Und auch in der Region Nürnberg auf Briefwahl setzen. Bundesweit hat sich da eine spannende Initiative gegründet, die für das Wählen zu Hause plädiert. Wir wünschen Ihnen jedenfalls, dass Sie gut - und vor allem gut informiert - durch die nächsten Wochen des Wahlkampfs kommen. Damit es Ihnen nicht so geht wie dem armen Rentner Hoppenstedt in diesem legendären Loriot-Sketch ...




 


Halbzeit für die Wanderreporter


Einen langen Marsch haben unsere Wanderreporter angetreten. Mittlerweile ist fast schon Halbzeit auf ihrer Tour rund um unser Verbreitungsgebiet. Und was sie berichten, ist sehr positiv: Teils werden die Kolleginnen und Kollegen vor Ort schon erwartet und von netten Menschen ein Stück ihres Wegs begleitet. Dass unsere Aktion, die Sie hier verfolgen können, gut bei Ihnen ankommt, das freut uns sehr! Besonders froh ist der Chef unseres Ressorts Metropolregion und Bayern - denn durch "sein" Gebiet wandern unsere Reporterinnen und Reporter. Ein Porträt von Lorenz Bomhard lesen Sie am Ende dieses Newsletters.

Ihnen einen schönen Rest-Sommer, genießen Sie diese ruhigeren Tage! Ihr Alexander Jungkunz





Porträt Lorenz Bomhard

 

 



 

Lorenz Bomhard (Kürzel: bhd), Jahrgang 1961, leitet die Redaktion „Metropolregion Nürnberg und Bayern“ der Nürnberger Nachrichten.

Es war diese ungezügelte Leselust, die mir als Kind gleich noch ein paar lebenspraktische Erfahrungen brachte. Das kam so: Weil ich mich in der ersten Klasse langweilte, als die anderen die Buchstaben lernten, schickte mich die Lehrerin zum Einkaufen oder auf die Bank.

Was gab es damals in Nürnberg-Ziegelstein alles zu entdecken: Ich lernte, wie Zigarettenautomaten funktionieren, wie man Geld per Scheck abhebt, was Rotkehlchen gerne fressen, wie man beim Metzger eine Gelbwurst bekommt und in der Apotheke Gummibärchen, und dass in der Nacht vor dem Muttertag immer die Tulpen aus den Gärten gestohlen werden.

Zwei Jahre lang durfte ich gefühlt jeden Tag stundenlang durch meinen Stadtteil stromern, die Lehrerin in der dritten Klasse zwang mich dann leider, dem Unterricht zu folgen.

Geblieben sind mir von diesen morgendlichen Spaziergängen und Plaudereien bis heute die Neugier für die kleinen Szenen des Lebens und die Lust auf Konfrontation mit scheinbar fremden Themen. Journalismus, das ist lebenslanges Lernen, das mich begeistert. Und das Viel-Lesen in meiner Kindheit und Jugend von Belletristik bis zu Sachbüchern war auch kein Nachteil für den späteren Beruf.

Hinterher lässt sich die Biografie schön zurechtbiegen. Geschichte, mit Schwerpunkt Regionalgeschichte, studierte ich in Marburg, München und Erlangen, dazu Soziologie und Politikwissenschaften, um später in der Regionalabteilung einer Regionalzeitung zu arbeiten. Und weil es in Bayern diese Studienkombination nicht gab, nahm ich noch Germanistik dazu.

In München hatte mich ein Professor gebeten, den Kommilitonen beizubringen, wie man „lesbare Hausarbeiten“ schreibt. Er habe meinen Stil gerne gelesen, sagte er. Also doch nicht Schule oder Archiv oder Museum als zukünftiger Arbeitsplatz?

Das Schreiben erwies sich bald ebenso als Sucht wie einst das Lesen. Und so landete ich nach ein paar Jahren freiberuflicher Tätigkeit 1989 bei den Nürnberger Nachrichten. Mit Bildschirmtext war damals die digitale Welt in den Beruf eingezogen, dann löste das Internet seit 1996 die Beschäftigung mit Archivtexten und Büchern immer mehr ab.

Die Recherchemöglichkeiten sind vielfältiger geworden, aber der journalistische Anspruch muss auch in schnelllebigen Zeiten hoch bleiben. Dafür stehen die Nürnberger Nachrichten mit ihren diversen Kanälen; auch deshalb arbeite ich gerne für diesen Verlag.




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