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Nürnberg, 7. Dezember 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

von wegen beschauliche Adventszeit: Nicht nur bei uns, sondern in vielen Firmen herrscht vor Weihnachten besonders viel Hektik. Das ist in unserer Redaktion nicht anders: Rückblicke müssen geschrieben werden, die Jahresplanung für 2019 steht an samt neuer Serien – und spannende neue Projekte halten uns auf Trab. Darum geht es in diesem Newsletter.


 

Was 2019 alles ansteht


Das Grundgesetz wird nächstes Jahr 70 - und erscheint als Magazin, mit farbigen Grafiken und dem alten, aber nach wie vor frischen Text. Foto: dpa


Blicken wir ins neue Jahr: Da steht einiges an Jubiläen bevor. Wir arbeiten uns momentan durch die Jahrestage 2019. Sicher dazu zählt der 70. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai. An diesem Tag, einem Donnerstag, beginnt übrigens auch die Wahl zum Europäischen Parlament; Deutschland ist am 26. Mai dabei. Und beide Daten hängen zusammen: Das Zusammenwachsen Europas hat dem zuvor kriegsgeplagten Kontinent ebenso Stabilität verschafft wie unsere Verfassung der Bundesrepublik.

Auch die Europawahl wird uns im kommenden Jahr natürlich beschäftigen, wir planen eine Serie, ähnlich wie vor den vergangenen Bundestags- und Landtagswahlen. Stichwort Serien: Wir wollen im Frühjahr das große Thema Wohnen – von der Wohnungsnot über den Flächenfraß bis hin zur Stadt-Land-Problematik – in einer umfassenden Reihe beleuchten.

Welche Themen interessieren oder vermissen Sie? Was würden Sie gerne lesen im neuen Jahr? Lassen Sie es uns wissen – Mail genügt!

Uns interessiert, was die Digitalisierung, was insbesondere die heiß diskutierte Künstliche Intelligenz (Kl) mit uns und der Gesellschaft macht: Ist die KI eher Chance oder eher ein Risiko? Wo kann sie wie eingesetzt werden? Wie steht unsere Region da bei diesem Zukunftsthema? Dazu wird es in den ersten Monaten des Jahres ebenfalls eine Serie geben, samt NN-Talks zur Künstlichen Intelligenz. Inspiriert hat uns dazu auch der Digitalgipfel der Bundesregierung, der diese Woche in Nürnberg stattfand. Mit einigen Berichten über den Stand der KI im Raum Nürnberg haben wir das Treffen intoniert.

 


Die digitale Staatsministerin



Besuchte vor dem Nürnberger Gipfel unsere Redaktion: Dorothee Bär (CSU).
Foto: Eduard Weigert


Vor diesem Digitalgipfel, den die Bundesregierung am Montag und Dienstag in Nürnbergs Messezentrum abhielt, besuchte uns Dorothee Bär – jene Digital – Staatsministerin im Kanzleramt, die vor ein paar Monaten mit ihren Prophezeiungen über ein Flug-Taxi noch hämische Kommentare im Internet kassiert hat. Nun konnte sie Fortschritte bei diesem High-Tech-Verkehrsprojekt präsentieren: Im Messezentrum war so ein kleines Fluggerät zu bestaunen, was auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vor ihrem Auftritt beim Gipfel am Dienstag tat. Insgesamt aber war die Bilanz auch dieses Digital-Gipfels eher dünn. Deutschland muss aufpassen, den Anschluss nicht zu verpassen – aller Euphorie zum Trotz, die Dorothee Bär durchaus engagiert verbreitet.



#meingoho: Packende Porträts

 


Heinke Keblawi, jahrzehntelang der Motor des Aktivspielplatzes Gostenhof, gehört zu den sechs Menschen aus dem Stadtteil, die in den #meingoho-Filmen porträtiert werden. Zusammen mit OB Ulrich Maly nimmt sie das #meingoho-Magazin unter die Lupe, das in allen Zeitungsläden zu kaufen ist. Foto: Stefan Hippel

 

#meingoho heißt unser jüngstes Kind. Sie haben es sicherlich in der Zeitung verfolgt und auch auf unseren digitalen Kanälen: Mit Reportagen, Videos und neuen Formen der Medien - Präsentation haben meine Kolleginnen und Kollegen Gostenhof unter die Lupe genommen – und dabei einen höchst spannenden Stadtteil entdeckt. Am Mittwochabend war im Rio-Kino mitten in Gostenhof die Premiere eines Films, der das Quartier in all seiner Vielfalt präsentiert. Sechs liebevolle Porträts von Menschen, die für diesen Stadtteil stehen und begeistert von ihm sind. Gedreht hat diese ebenso sensiblen wie packenden Annäherungen der junge Regisseur David Ferstl, die Redaktion übernahmen Kolleginnen und Kollegen unseres Medienhauses.

Zugleich kam das 80-seitige #meingoho-Magazin auf den Markt, das sich sehen, lesen und kaufen lässt. Wir hoffen, dass diese neue Art des Zugangs zu den Menschen in einem Stadtteil ankommt. Denn das Projekt gehört zu all den Aktivitäten, mit denen wir versuchen, wieder mehr Präsenz vor Ort zu zeigen: Lokaljournalismus findet am besten mitten im Stadtteil statt – denn nur so bekommen unsere Reporter mit, was da alles los ist. Und das ist in Goho auch eine ganze Menge. Aber lesen, sehen und staunen Sie am besten selbst…

Zehn Tickets für den NN-Doppel-Talk mit Günther Beckstein und Renate Schmidt

 


Zwei Politik-Urgesteine im Gespräch: Renate Schmidt und Günther Beckstein beim NN-Interview. Foto: Eduard Weigert

 

Am 23. November wurde Günther Beckstein 75, am 12. Dezember feiert Renate Schmidt diesen besonderen Geburtstag – und einen Tag später sind beide beim NN-Talk zu erleben: Am Donnerstag, 13. Dezember, befragen mein Kollege Michael Husarek und ich die beiden Politik-Urgesteine im Nürnberger Museum Industriekultur (Äußere Sulzbacher Str.62, Beginn: 19 Uhr). Das Interview, das wir mit den Jubilaren vorab führten, war eines der vergnüglichsten und zugleich spannendsten Gespräche. Der NN-Talk wird sicherlich ebenso lohnend. Es gibt noch Karten in allen Geschäftsstellen dieser Zeitung (12 Euro/mit ZAC-Rabatt 8 Euro) – und Sie als Newsletter-Leser können Tickets gewinnen: Wir verlosen zehn Eintrittskarten an die ersten Einsender. Mail genügt – geben Sie dabei bitte an, ob Sie eine oder (maximal) zwei Karten möchten.

Eines tun Renate Schmidt und Günther Beckstein gewiss: mit der nötigen Distanz auf das politische Geschehen in Deutschland und der Welt blicken. Das können Sie auch – wenn Sie sich dieses beeindruckende Video ansehen. Heben Sie ab und landen Sie wieder gut auf der Erde – und vor allem: Genießen Sie das zweite Adventswochenende – mit vielleicht doch ein bisschen Besinnlichkeit...

Ihr Alexander Jungkunz


 

 



 

 



Porträt Michaela Zimmermann

 

 



 

Michaela Zimmermann, 43, Redakteurin im Ressort Metroplregion und Bayern (Kürzel: zim)

Eigentlich wollte ich Kriegsberichterstatterin werden, oder zumindest Auslandskorrespondentin. Auf jeden Fall schwebte mir eine Tätigkeit vor, bei der ich die Welt bereisen und gleichzeitig etwas Sinnvolles tun könnte. Die perfekte Verbindung zwischen Abenteuer und Beruf, wie mir damals mit 17 Jahren schien. Nach einem sechswöchigen Praktikum im Lokalteil Herzogenaurach der Nürnberger Nachrichten, die meine Eltern seit jeher abonniert hatten, wurde mir schnell klar, dass der Lokaljournalismus zwar weniger glamourös, dafür aber umso spannender und lehrreicher ist. Ich schrieb darüber, wie schädlich Alu-Backbleche bei der Produktion von Laugenbrezeln sein können, wenn die Brezeln einfach so auf dem bloßen Blech gebacken werden (Die Salzlauge löst Acrylamid aus Aluminium, was wiederum Alzheimer begünstigen kann) und trat mit dem Artikel einigen lokalen Bäckern ganz schön auf die Füße. Einer stellte sein Backverfahren um, und ich war total beeindruckt: der Journalismus hatte mich gepackt.

Also zog ich von Reuth, einem 100-Seelen-Dorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt, erst nach Eichstätt ins Altmühltal, um dort Diplom-Journalistik zu studieren. Später schaffte ich es dann doch noch ins Ausland und studierte drei Semester in Mexiko-Stadt an der Universidad Ibéroaméricana und absolvierte danach noch ein sechsmonatiges Praktikum bei einer deutsch-chilenischen Wochenzeitung in Santiago de Chile.

Weil mir das Journalistik-Studium zu kleinteilig war (von allem etwas, aber kein Fach wirklich intensiv), begann ich nebenher mit einem Magister Politik, Schwerpunkt Internationale Beziehungen.

Nach dem Studium startete ich mit 26 Jahren ein Volontariat bei den Nürnberger Nachrichten. Im Anschluss daran wurde ich „Springerin“, das heißt, ich wurde in nahezu allen Außenredaktionen eingesetzt, um die KollegInnen dort zu unterstützen. Das war für mich sehr interessant, ich kam in der Region herum, lernte die Unterschiede der Arbeit und der Region (Dialekte, die ich anfangs kaum verstand) in der Oberpfalz (Neumarkt) und Oberfranken (Forchheim) kennen und wurde schließlich feste Redakteurin in meiner Heimatredaktion Herzogenaurach. Dort war ich für Höchstadt und den Landkreis zuständig.

Nach etwa zwei Jahren wechselte ich in die Lokalredaktion Forchheim und kümmerte mich dort um den Landkreis und die Stadt Ebermannstadt. Die nächste Station war der Lokalteil Nürnberg. Dort waren es vor allem soziale Themen, die mich umtrieben. Ich saß im Jugendhilfeausschuss, schrieb über längst überfällige Drogenkonsumräume für Nürnberg, über komasaufende Jugendliche in den öffentlichen Parks, Frauen und Kinder, die Missbrauch erlitten hatten und vieles mehr. Die Vielfalt der Themen in einer Großstadtredaktion ist schier unerschöpflich.

Nach der Geburt meines Sohnes und der einjährigen Elternzeit kam ich in den Regionalteil der Nürnberger Nachrichten. Dort arbeite ich jetzt seit fünfeinhalb Jahren in Teilzeit. Den sozialen Themen bin ich treu geblieben, der Schwerpunkt Bildung kam hinzu und damit habe ich mich auch verstärkt landespolitischen Themen gewidmet, was mir große Freude bereitet.


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